Schule und Ausbildung

Schule

Reaktionen in der Schule

Schullaufbahn

Unterstützung des Bildungswegs durch die Jugendhilfe

Wie geht es mit der Schule weiter nach der Jugendhilfe? Vielleicht hast du …

  • die Schule noch nicht abgeschlossen.
  • deinen Schulbesuch unterbrochen und möchtest ihn wieder fortsetzen.
  • die Schule gerade beendet und eine Ausbildung steht an.

Das Schulsystem bietet viele Möglichkeiten quer wieder einzusteigen, wenn du die Schule wechselst oder nach einer Unterbrechung wieder beginnst. Es ist vorteilhaft einen Schulabschluss zu haben. Das erleichtert den Weg in eine Ausbildung und die Berufswelt.

Im Vergleich zu anderen Jugendlichen musst du dabei immer auch das Ende der Jugendhilfe mitbedenken:

  • Habe ich einen Schulabschluss, wenn ich aus der Jugendhilfe ausziehe?
  • Welche Unterstützung brauche ich, um den Schulabschluss zu erreichen?
  • Schaffe ich das: eigene Wohnung und die Ausbildung?
  • Was mache ich, falls ich keinen Schulabschluss erreiche?

Wenn du schon während der Schulzeit ausziehen möchtest, kläre auf jeden Fall vorher mit deinen Betreuer*innen oder Pflegeeltern deine Fragen und Perspektiven zu Schule und Ausbildung. Es gibt Alternativen, um Schul- und Ausbildungsabschlüsse zu erreichen. Dafür brauchst du gute Informationen über die Angebote in deiner Nähe.

Schulabschlüsse

Du kannst in Deutschland folgende Schulabschlüsse machen. Sie ermöglichen dir unterschiedliche Ausbildungswege:

Hauptschulabschluss

Der Hauptschulabschluss (nach der 9. oder der 10. Klasse) bildet die Mindestvoraussetzung für viele Ausbildungsgänge. Eine Ausbildung in einem Betrieb kannst du unter Umständen aber auch ohne einen Hauptschulabschluss beginnen. Viele Ausbildungsbetriebe erwarten dennoch bei der Bewerbung einen Schulabschluss. Für den Besuch einer schulischen Ausbildung brauchst du mindestens einen Hauptschulabschluss.

Realschulabschluss

Der Realschulabschluss (nach Klasse 10, z.T. auch an Hauptschulen möglich) ist der mittlere Bildungsabschluss. Er berechtigt in die Sekundarstufe II überzugehen. Mit diesem Schulabschluss kannst du an eine Fachoberschule (FOS), Berufsoberschule (BOS) oder mit einem entsprechenden Notendurchschnitt auch an ein Gymnasium gehen. Auch stehen dir mit einem Realschulabschluss mehr betriebliche und schulische Ausbildungsberufe offen.

Fachhochschulreife

Die Fachhochschulreife kann zum Beispiel an einer Fachoberschule (erfolgreicher Abschluss nach Klasse 12) erworben werden. Es gibt aber eine Vielzahl von Wegen wie man die Fachhochschulreife erlangen kann, z.B. auch über einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium in allen Studiengängen an den deutschen Fachhochschulen sowie an entsprechenden Studiengängen an anderen Hochschulen.

Abitur

Das Abitur (allgemeine Hochschulreife) berechtigt zu einem Studium an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen. Es kann, je nach Bundesland, nach der 12. oder 13. Klasse an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule abgelegt werden. Auch an beruflichen Gymnasien oder Berufskollegs kannst du das Abitur und eine berufliche Vertiefung erwerben. Du kannst das Abitur auch nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung noch nachholen.


Selbst wenn du gesagt bekommst, du schaffst das Gymnasium nicht — durchziehen, versuchen, den Erzieher zu überreden und dann das Gymnasium machen, immer ein Ziel vor Augen haben.
Care Leaver, 32 Jahre

Noch keinen Schulabschluss – Was nun?

Du kannst alle Schulabschlüsse nachholen (2. Bildungsweg). Manche gehen wieder normal zur Schule. Andere nutzen alternative Wege, um doch einen Abschluss zu bekommen.

Es lohnt sich auf jeden Fall diesen Versuch zu starten! Du kannst dich über Angebote in deiner Region informieren. Eine persönliche Beratung beim Jobcenter oder in der Berufsberatung ist sinnvoll. ( → Berufsorientierung)

Weitere Infos findest du hier:
www.kursnet.arbeitsagentur.de
www.planet-beruf.de

Erwerb des Schulabschlusses nach Unterbrechung

Solange du schulpflichtig bist, kannst du an allgemein- oder berufsbildende Schulen zurückkehren und dort einen Abschluss machen.

Nachträglicher Erwerb von Schulabschlüssen

Es gibt Gründe, warum jemand den Schulbesuch unterbricht. Krankheit, Konflikte in der Familie oder andere Belastungen können dem Lernen im Weg stehen. Zum Glück gibt es vielfältige Formen des Wiedereinstiegs. Berufsschulen bieten spezielle Klassen an, um den Schulabschluss zu erreichen. Viele Volkshochschulen (VHS) bieten Tages- und Abendkurse an, in denen du den Haupt-, Realschulabschluss oder das Abitur nachholen kannst. Darüber hinaus vermittelt das Jobcenter in verschiedene Maßnahmen oder das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Auch hier gibt es die Möglichkeit deinen Schulabschluss nachzuholen.

Schulmüde? Alternative Formen des Schulbesuchs!

Du warst schon längere Zeit nicht mehr in der Schule und kannst dir auch nicht vorstellen, wieder normalen Unterricht zu besuchen? Dennoch kannst du deinen Schulabschluss erreichen. Es gibt Schulprojekte, Ergänzungsschule oder schulersetzende Projekte. Dort kannst du dich auf die Schulabschlussprüfungen vorbereiten. Du lernst dort, nur anders als in der Schule. Die Alternativen zum Schulbesuch werden meistens von Trägern der Jugendhilfe angeboten. Das Jugendamt kann dir Auskunft geben, welche Angebote es in deiner Nähe gibt.

Ausbildung statt Schule

Wenn der Besuch einer allgemeinbildenden Schule für dich absolut kein Weg mehr ist, du vielleicht auch schon zu viel verpasst hast, kann eine betriebliche Ausbildung mit mehr praktischen Anteilen eine Alternative sein. Ohne (Berufs-) Schule geht es aber auch hier nicht. Mit dem Abschluss der Ausbildung (Lehrzeit + Berufsschule) hast du gleichzeitig den Hauptschulabschluss erreicht. Voraussetzung ist, dass du einen Ausbildungsplatz findest. Falls du das Gefühl hast, dass der Auszug und die Schule/ der Ausbildungsbeginn zu viel auf einmal für dich sind, solltest du das ansprechen. Du hast einen Anspruch auf längere Unterstützung (→ Erwachsen werden).

Ausbildung/ Training/ Studium

Vielleicht gehst du noch zur Schule und der Weg in die Berufsausbildung erscheint dir noch weit weg. »Erst einmal den Schulabschluss machen und danach weitersehen.« Das klingt verständlich. Allerdings kannst du in deiner Entscheidung für eine Ausbildung nicht so spontan sein. Von der Wahl einer Ausbildung bis zum Ausbildungsbeginn braucht es Zeit.

Einen Ausbildungsabschluss kannst du in einer Berufsschule, in einem Ausbildungsbetrieb oder einer Fachhochschule/Universität erwerben.

Wenn du schon einen bestimmten Berufswunsch hast, musst du dich frühzeitig bewerben. Deine Chancen stehen günstiger, wenn du rechtzeitig nach einer Ausbildung suchst. Die meisten Jugendlichen haben noch gar keinen konkreten Berufswunsch. Das ist normal. Dann ist es besonders wichtig, die Möglichkeiten für eine Ausbildung in deiner Region zu kennen. Eine gute Vorbereitung erhöht schließlich deine Chancen auf einen Ausbildungsplatz, der dir gefällt

Berufsorientierung

In Deutschland gibt es mehr als 350 Ausbildungsberufe. Häufig sind nur wenige Berufe bekannt. Es lohnt sich aber genauer zu schauen.

  • Im Berufsinformationszentrum (BIZ) kannst du dich über alle Berufe informieren.

Außerdem:

  • Du kannst dich auch bei der Berufsberatung individuell beraten lassen.
  • Für Information und Beratung zum Studium kannst du dich an die Studienberatungen wenden.

Außerdem gibt es um die 18 000 Studiengänge in Deutschland. Bei der Beratung können Hochschulen und Unis viel leisten auch wenn du die Schule besuchst. Du kannst klären, ob und welches Studium überhaupt passt, welche Möglichkeiten es mit und ohne Abitur gibt, wie man das Studium finanzieren kann und vieles mehr.

Es gibt auch tolle Internetseiten und APPs zur Berufswahl:
www.planet-beruf.de
www.berufenet.arbeitsagentur.de
Einfach Schritt für Schritt zur Berufswahl (PDF)
www.berufe.tv
Berufe Entdecker

Online Beratungsangebot für junge Menschen bei Fragen rund um den Übergang Schule – Beruf:
www.caritas.de

Berufsschulen – Angebote für den Übergang zwischen Schule und Ausbildung

Der Weg in eine Ausbildung geht nicht immer nahtlos. Das ist kein Problem. Die Berufsschulen bieten gute Übergänge, falls du noch keinen Schulabschluss oder noch keinen konkreten Berufswunsch hast. Vielleicht fällt dir die Schule aber eher schwer. Dann kann eine betriebliche Ausbildung ein guter Weg sein. Das geht sogar ohne Schulabschluss (→ Schule). Mit einem Schulabschluss hast du jedoch mehr Wahlmöglichkeiten.

Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Das BVJ  ist für diejenigen geeignet, die die Schule beendet und noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Dort wird eine besondere Förderung geboten. Du kannst im BVJ bei entsprechenden Leistungen den Hauptschulabschluss erreichen (→ Schule).

Berufsfachschulen (BFS)

Die ein- oder zweijährigen Berufsfachschulen sind Vollzeitschulen, die Schüler*innen in einen oder mehrere Berufe einführen. Sie vermitteln einen Teil der Berufsausbildung in einem oder mehreren Ausbildungsberufen, z. B. Gartenbau. An einer berufsqualifizierenden BFS kannst du auch einen Ausbildungsabschluss machen. Die BFS setzt den Hauptschulabschluss voraus.

Ausbildung

Es gibt betriebliche Ausbildungen. Das bedeutet meistens einen Tag pro Woche Berufsschule und vier Tage Lernen im Ausbildungsbetrieb. An Berufsfachschulen werden aber auch schulische Ausbildungen angeboten. Diese werden durch Praktika ergänzt.

Ausbildung und Ausbildungsduldung

Wenn du geflüchtet bist, dein Asylantrag abgelehnt wurde/wird und dein legaler Aufenthalt gefährdet ist, kann eine Ausbildungsduldung eine Möglichkeit sein. Videos in verschiedenen Sprachen zum Thema Ausbildung finden und eine Ausbildungsduldung erhalten findest du hier.

Arbeitsplatz suchen

Die Ausbildung ist in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Auch das Angebot an Ausbildungen ist nicht überall gleich.
Einen Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten in deiner Region findest du unter:
www.regional.planet-beruf.de
www.arbeitsagentur.de

Wenn du genauer weißt, welche Berufe für dich in Frage kommen, kannst du konkret nach einem Ausbildungsplatz suchen.

Wenn du dich frühzeitig bewirbst oder in einer Berufsschule anmeldest, stehen deine Chancen günstiger.

Bewerbung

Hast du eine angebotene Ausbildung gefunden, die dich interessiert? Dann schreibst du eine Bewerbung. Das ist deine erste Visitenkarte. Nimm dir genug Zeit, um die Bewerbung ansprechend und vollständig zu gestalten. Bereite sie am besten mit jemandem vor, der sich auskennt und deine Unterlagen prüfen kann.

Weitere Infos findest du hier:
www.planet-berufe.de

Vorstellungsgespräch

Du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten? Herzlichen Glückwunsch! Bereite dieses erste persönliche Kennenlernen sehr gut vor. Am besten bereitest du dich mit jemandem zusammen vor. Es gibt typische Fragen. Auch dein Auftreten kannst du vorher proben.
Hilfreiche dazu Tipps findest du im Netz.

Ausbildung: Und los!

Wenn du einen Ausbildungsplatz gefunden hast, solltest du einiges wissen und beachten. Angefangen beim Arbeitsvertrag bis Zeugnis. Im Ausbildungsverhältnis sind deine Arbeitszeiten, deine Bezahlung, Pflichten und Rechte geregelt. Du brauchst auch einige Unterlagen, wenn deine Ausbildung beginnt. Es ist gut, sich darüber rechtzeitig zu informieren.

Weitere Infos dazu findest du hier:
Checkliste zum Ausbildungsbeginn
Ausbildung so läufts
Verdi Jugend: Ausbildung von A-Z (APP)

Finanzen während der Ausbildung

In einer betrieblichen Ausbildung bekommst du eine Ausbildungsvergütung. Oft reicht dies aber zum Leben nicht aus. Bei einer schulischen Ausbildung bekommst du gar keine Bezahlung. Du musst also während der Ausbildung fast immer Unterstützung von staatlichen Stellen in Anspruch nehmen (→ Geld).

Unterstützung in der Ausbildung

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

Wenn du eine Ausbildung machst, aber dir die Fachpraxis oder der Theorie-Unterricht Schwierigkeiten bereitet, kannst du Unterstützung bekommen. Der Ausbildungsabschluss kann mit abH dennoch gelingen. Du bekommst dann mindestens 3 Stunden in der Woche Nachhilfe. Du kannst auch Beratung erhalten, falls belastende Dinge deine Ausbildung erschweren. Sprachförderung ist ebenfalls möglich. Eine abH ist für dich kostenlos. Nähere Infos bekommst du bei der Berufsberatung .

Begleitete betriebliche Ausbildung (bbA)

Falls du aufgrund einer Behinderung eine besondere Unterstützung brauchst, ist eine begleitete betriebliche Ausbildung eine gute Möglichkeit. Du bekommst intensive sozialpädagogische Begleitung und Nachhilfe. Voraussetzung ist, dass bei der Agentur für Arbeit dein Antrag auf berufliche Rehabilitation bestätigt wurde.
Weitere Infos findest du hier:
www.rehadat-bildung.de

Wenn es mit der Ausbildung nicht klappt

Vielleicht hast du eine Ausbildung begonnen und merkst, dass du andere Vorstellungen von dem Berufsfeld hattest. Manchmal passt auch der Ausbildungsbetrieb nicht oder die Anforderungen sind zu hoch oder zu niedrig. Es ist völlig in Ordnung, die Ausbildungswahl zu überdenken. Für eine Neuorientierung sind Gespräche mit Vertrauten, insbesondere mit der Berufsberatung und auch mit dem Ausbildungsbetrieb sehr wichtig. Dann kannst du frühzeitig nach neuen Wegen suchen.
Es gibt auch im Netz hilfreiche Tipps, um weiter zu planen, z.B. hier:
www.appzubi.de


»Also in dem Betrieb, wo ich meine Ausbildung angefangen hatte, haben die auch selber hinterher gesagt, also ich habe sehr lange gebraucht, um mich zu öffnen, halt durch meine Vergangenheit. Ja, mittlerweile gehe ich damit locker um. Wenn ich irgendeine Kritik bekomme, dann sage ich, ist das halt so. Also, früher bin ich da immer ausgerastet und konnte keine Kritik abhaben. Bis man halt Vertrauen aufgebaut hat. Mittlerweile hat sich das geändert.«
Care Leaver, 21 Jahre

»Ich bin dann da offiziell in ‘ne Ausbildung gegangen, hatte da auch ‘nen sehr verständnisvollen Chef. Also dem hab ich viel zu verdanken. Der wusste, dass ich die Schule abgebrochen habe. Der hat auch gesagt, wenn wieder irgendwas sein sollte, sollte ich ankommen bevor es zu spät ist.« Care Leaver, 29 Jahre

Berufliche Trainings- und Förderangebote

Es kann sein, dass du nicht direkt nach der Schule in eine Ausbildung starten kannst. Dafür kann es viele Gründe geben:

  • Du hast noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.
  • Gesundheitliche Probleme hindern dich an der Aufnahme einer Ausbildung.
  • Du brauchst für eine Ausbildung noch Vorbereitung und Training.

Es gibt Beratungsstellen, die dich ganz individuell unterstützen können. Diese Angebote bieten einen geschützten Rahmen. Du kannst dich auf eine Ausbildung vorbereiten, zum Beispiel durch begleitete Praktika. Diese Angebote werden entweder durch Jugendämter, die Jobcenter oder die Agenturen für Arbeit finanziert und vermittelt.

Weitere Infos findest du hier:
www.berufsorientierungsprogramm.de

Nicht gleich in eine Ausbildung?

Vielleicht möchtest du gar nicht direkt nach dem Schulabschluss mit einer Ausbildung beginnen.
Es gibt verschiedene Alternativen:

  • Praktika können dir Einblick in Berufsfelder verschaffen und den Weg zu einem Ausbildungsplatz ebnen. Falls du Arbeitslosengeld II (Alg II) (→ Geld) bekommst, musst du aber klären, ob dein Leistungsanspruch davon berührt wird.
  • In einem Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr (FSJ/ FÖJ) kannst du dich nach deinen Interessen engagieren oder auch ein Berufsfeld näher kennenlernen. Du bekommst ein Taschengeld, kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Du bist sozialversichert und hast weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Bei Bedarf kannst du ergänzend Alg II bekommen.

Weitere Infos findest du hier:
www.pro-fsj.de
www.bundes-freiwilligendienst.de

Jobben

Eventuell möchtest du erst einmal jobben und Geld verdienen, ohne dich auf eine Ausbildung festzulegen. Grundsätzlich sind aber deine Berufsaussichten und die Bezahlung mit einer Ausbildung besser als mit einem Job. Vielleicht möchtest du auch die Zeit überbrücken, bis deine Ausbildung beginnt. Es gibt z. B. Minijobs und Jobs für Schüler*innen und Studierende. Solltest du Sozialleistungen z. B. vom Jobcenter bekommen, wird dein Einkommen angerechnet. Einen Teil darfst du behalten.

Weitere Infos findest du hier:
www.jobboerse.arbeitsagentur.de
www.minijob-zentrale.de

Sei vorsichtig bei Jobangeboten, die einen extrem hohen Verdienst versprechen. Meistens sind sie unseriös. Ab 18 hast du Anspruch auf einen Mindestlohn in Höhe von 9,35 Euro brutto pro Stunde (Stand 2020).

Studium

Wenn du das Abitur oder die Fachhochschulreife erworben hast, kannst du studieren. Auch eine fachbezogen erworbene Hochschulreife wie z. B. Technik oder Sozialwesen erlaubt die Wahl eines anderen Studienfachs. Nach dem Abschluss einer Berufsausbildung stehen dir auch ohne Abitur Wege ins Studium offen.

Wenn du ein Studium planst, hast du sicherlich viele Fragen:

  • Was möchte ich studieren und reichen meine Noten dafür?
  • Wo kann ich studieren?
  • Wie finanziere ich mein Studium?
  • Wer kann mich unterstützen?

Care Leaver*innen müssen sich oft besonders einsetzen, wenn sie studieren wollen. Es gibt insbesondere finanzielle Hürden zu überwinden. Das sollte dich aber nicht hindern, ernsthaft über ein Studium nachzudenken. Es gibt an den Hochschulen Zentrale Studienberatungen und Online-Peerberatung von und für Care leaver*innen. Auch die Agentur für Arbeit bietet Beratung und Infos an. Im Internet kannst du dir einen ersten Überblick verschaffen.
Im Internet kannst du dir einen ersten Überblick verschaffen, z.B. über:
www.arbeitsagentur.de
www.abi.de
www.wege-ins-studium.de

Hilfreiche Informationen zur Studienfinanzierung findest du z.B.  unter:
www.uni-hildesheim.de/studienfinanzierung

Falls du dich mit anderen Care Leaver*innen über den Weg ins Studium austauschen möchtest, kannst du dich online bei der Peerberatung von Care Leaver*innen für Care Leaver*innen unter www.jugend-hilfe-studiert.de beraten lassen.

Außerdem kannst du dich an den Careleaver e.V. wenden.

Wenn du arbeitest

Manche Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer*in begegnen dir schon, wenn du eine Ausbildung in einem Betrieb machst. Spätestens aber wenn du nach der Ausbildung deine erste Stelle hast, gibt es einiges zu beachten:

Arbeitsvertrag
In Deutschland kann man im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften den Vertrag frei verhandeln. Ein Arbeitsvertrag sollte am besten schriftlich abgeschlossen werden und z. B. die vereinbarte Tätigkeit, Arbeitszeit, Arbeitsort, Bezahlung, Probezeit und Urlaubsanspruch regeln. Vor der Volljährigkeit ist für den Abschluss eines Arbeitsvertrages die Zustimmung der gesetzlichen Vertretung erforderlich.

Grundpflichten
Im Arbeitsverhältnis gilt die Arbeitspflicht der Arbeitnehmer*innen. Bist du krank, musst du dich sofort bei dem*der Arbeitgeber*in melden und ggf. auch eine Krankschreibung deines Arztes/deiner Ärztin vorlegen. Grundpflicht des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin ist es, dich zu bezahlen. Im Vertrag ist vereinbart, welche Tätigkeiten du übernehmen sollst. Es gelten besondere Regelungen für Minderjährige (Jugendarbeitsschutzgesetz).

Bezahlung
Die Bezahlung ist in Deutschland frei verhandelbar. Wendet der*die Arbeitgeber*in einen Tarifvertrag an, so muss er mindestens den Tariflohn zahlen. Besorg’ dir die Tariftabelle oder lass’ dir vor einer Zusage deinen Lohn ausrechnen. Ansonsten gilt ein Mindestlohn von 9,35€ pro Stunde. Davon gibt es aber Ausnahmen, z. B. gilt er nicht für Minderjährige. Er gilt auch nicht solange du in einer Ausbildung bist.

Urlaub
Der gesetzliche Mindest-Urlaubsanspruch beträgt 20 Tage auf eine 5 Tage Woche. Gilt ein Tarifvertrag, ist der Urlaubsanspruch meist höher. In der Regel musst du die Probezeit abwarten (6 Monate), bis du den ersten Urlaub nehmen kannst. Den Zeitpunkt deines Urlaubs musst du mit deinem*deiner Arbeitgeber*in absprechen.

Kündigung
Ein Arbeitsverhältnis kann von beiden Seiten gekündigt werden – für Arbeitnehmer*innen gibt es aber besondere Schutzvorschriften. Es müssen auch Fristen eingehalten werden. Ein befristeter Arbeitsvertrag endet in der Regel ohne Kündigung.

Arbeitslosengeld
Wenn du nach Ende der Beschäftigung Leistungen der Agentur für Arbeit beziehen willst, musst du dich bei einer Kündigung sofort und bei einer Befristung spätestens 3 Monate vor Ende der Beschäftigung bei der Agentur für Arbeit melden.